Erste setzt sich die Krone beim Werner Schulze-Cup auf

So richtig fassen konnte Yannik Plachner auch einige Minuten nach Spielschluss noch nicht, was ihm im Finale des Werner-Schulze-Cup gelungen war. „Zwei Tore in einem Spiel? Ich glaube, das hab ich zuletzt in der C-Jugend geschafft“, erklärte der 19-jährige Weißtaler, der draußen auf dem Großfeld eher für das Tore- Verhindern zuständig ist.

Das sah am Freitag kurz vor Mitternacht aber anders aus: Plachner gelangen beim 4:2-Finalsieg über die (mal wieder) fast nur mit A-Jugendlichen angetretenen Sportfreunde Siegen zwei Treffer und somit sorgte er mit seinem Doppelpack dafür, dass sich die Mannschaftskasse des Bezirksligisten um 600 Euro vergrößerte. „Mit unserer Truppe kann es immer was geben, aber dass wir das Turnier gewinnen, damit habe ich nicht direkt gerechnet. Wir haben die Partien aber nicht durch Glück gewonnen, sondern weil wir gut gespielt haben“, befand Plachner richtigerweise, der im Endspiel seine Farben früh in Führung brachte. Nico Hermann erhöhte in Überzahl – ein „Freunde-Akteur“ hatte eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe gesehen – nach der Hälfte der Spielzeit auf 2:0, doch die von Dirk Spornhauer betreuten „Leimbachtaler“ schlugen durch Leandro Fünfsinn und Saufiane El-Faouzi zurück, was den Kräfteverhältnissen auf dem gut bespielbaren Parkett auch entsprach. In den letzten zwei Minuten war die spannende Begegnung völlig offen, 43 Sekunden vor Ende gelang Plachner aus dem Gewühl heraus das 3:2, bevor Patrick Schneider mit der Schlusssirene zum Endstand einschob und den zahlenmäßig guten Weißtaler Anhang und natürlich seine Truppe zum Jubeln brachte.

Die hatten sich im zweiten Halbfinale gegen Liga-Konkurrent FC Eiserfeld in einer ebenfalls ausgeglichenen Partie knapp mit 2:1 durchgesetzt (Tore: Lars Schardt und Daniel Adamek für den Fusionsverein aus Rudersdorf und Gernsdorf, Marius Dreker für den FCE), während das erste Semifinale so richtig nach dem Geschmack der gut und gerne 700 Zuschauer in der vollen Sporthalle am Höhwäldchen war. Auf dem Papier standen sich mit dem TuS Erndtebrück und den Sportfreunden Siegen zwei Teams gegenüber, unten auf dem Feld aber nicht: Schließlich hatten die Rot-Weißen ja nur ihre A-Junioren entsendet, verstärkt mit den Leihgaben Leandro Fünfsinn, Berkan Koc und Furkan Yilmaz aus der „Ersten“. Diese Konstellation tat der Rivalität beider Vereine allerdings keinen Abbruch, denn in der Schlussphase flogen die Fetzen. Ein derbes Handgemenge mehrerer Spieler, eilig herbeieilende Verantwortliche beider Lager sowie des Veranstalters zeugten von einer hitzigen Angelegenheit, die Schiedsrichter Felix Weller – der sich wie Kollege Jonathan Lautz Bestnoten verdiente – aber sehr gut im Griff hatte und mit jeweils einer Zwei-Minuten-Strafe für beide Seiten noch recht gnädig durchgriff. Als es drunter und drüber ging, stand es nach einem turbulenten Spiel 4:4. Die Wittgensteiner führten durch „Hütten“ von Murat-Kaan Yazar (2), der mit acht Treffern auch zum besten Schützen des Cups gekrönt wurde, und Nico Renner schon komfortabel 3:0, doch ein Eigentor, Linus Stahl und Fünfsinn brachten SFS wieder zurück. Als Yazar abermals traf, schien der TuS Erndtebrück den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen zu haben und auf Finalkurs, bevor Fünfsinn per Strafstoß abermals ausglich und seine Farben ins Neunmeterschießen rettete. Dort parierte Niklas Pirslijn einen „Neuner“ von Mehdi Reichert und führte die SF-Jungspunde ins Finale, wo der Siegeszug dann allerdings vom TSV Weißtal gestoppt wurde, immerhin aber noch 450 Euro ins Geldsäckel wanderten.

Die Erndtebrücker sicherten sich direkt vom „Punkt“ aus durch das 5:4 gegen Eiserfeld Rang drei und 300Euro, während der Bezirksligist noch 200 Euro einspielte.

„Es wird von Jahr zu Jahr schwerer, höherklassige Teams zu finden“, bedauerte Markus Schneider vom Veranstalter, der aber trotzdem (wieder einmal) ein gutklassiges Teilnehmerfeld zusammengestellt hatte und am Turnierende, wie seine Mitstreiter, ein positives Fazit ziehen konnte. Sportlich allerdings eher weniger, denn der gastgebende A-Ligist bekam in der Vorrundengruppe B kein Bein auf den Boden und musste schon sehr früh die Segel streichen, was allerdings auch für Klassenkonkurrent SV Netphen und die beiden B-Kreisligisten Adler Dielfen und die Spielvereinigung Bürbach (die aber immerhin einen Vorrundensieg einfahren konnte) galt.

Nur der SG Hickengrund, die mit einer sehr jungen Truppe an den Start gegangen war, gelang als niederklassiger Verein der Sprung ins Viertelfinale, wo es beim 0:5 gegen Erndtebrück aber nichts zu holen gab. Hier mussten auch Germania Salchendorf (0:2 gegen Siegen), der hessische Verbandsligist SSV Langenaubach (1:3 gegen Eiserfeld) und Vorjahressieger SG Weitefeld (1:3 gegen Weißtal) die Segel streichen.

(Text: fupa.net/suewestfalen, Bilder: sta)