Noch 2 Tage: “Wir erhoffen uns 400 Zuschauer!”

Es ist aus Siegerländer Sicht eines der interessantesten Derbys im überkreislichen Fußball überhaupt: Am Sonntag treffen der TSV Weißtal und Germania Salchendorf um 14.30 Uhr (Achtung: Winterzeit!) aufeinander, wobei die Rivalität zwischen beiden Teams, auch wenn die einen zur Gemeinde Wilnsdorf und die anderen zur Stadt Netphen zählen, durch jahrzehntelange Aufeinandertreffen eine ganz besondere ist.

„Die geografische Nähe, diesmal aber natürlich auch die Tabellenkonstellation, machen dieses Duell zu etwas besonderem“, erläutert Rainer Klein vom Förderverein der Germanen. Weißtals Spielertrainer Konstantin Volz sagte bereits vor einigen Wochen, dass sein erster Blick bei der Herausgabe des Spielplans immer dahin gehe, „wann wir gegen Salchendorf spielen.“

Den Tabellenführer (27 Zähler) und Rangdritten trennen gerade einmal vier Punkte nach dem letzten Wochenende, das beiderseits aber kaum dazu diente, sich „einzuschießen“ oder gar für überzogene Euphorie zu sorgen. Schließlich kassierten die Weißtaler mit dem 2:4 in Rüblinghausen ihre zweite Saisonniederlage, die, und das wird sicherlich unter der Woche Thema in der TSV-Kabine gewesen sein, hochverdient war und sogar hätte deutlich höher ausfallen müssen (Volz: „Für uns war nichts drin“).

Bei den Johannländern war beim 2:2 daheim gegen den Vorletzten Neunkirchen aber auch mächtig Sand im Getriebe und mussten schlussendlich mit dem Remis zufrieden sein (Thomas Scherzer: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir verloren hätten“).

„Dass beide Mannschaften nach ihrem letzten Ergebnis auf Wiedergutmachung aus sind, wird zusätzlich Brisanz reinbringen. Weißtal hat aus meiner Sicht eine überdurchschnittlich gute Bezirksliga-Mannschaft, die sicherlich bis zum Ende der Saison um den Aufstieg mitspielen wird. Wir wissen aber auch um unsere Stärken, die wir am Sonntag durchbringen wollen“, sagt Germanen-Kapitän Thomas Klöckner.

Für dessen Elf sptricht die Statistik indes eine klare Sprache. In den letzten sechs Bezirksliga-Duellen am Henneberg gab es für die Johannländer keine Niederlage, dafür aber zwei Erfolge und vier Unentschieden! Der letzte Weißtaler Heimsieg ist zehn Jahre her, datiert vom 26. September 2009 und stammt noch aus gemeinsamen Landesligazeiten (2:0).

Scherzer, der Coach der Germanen mit Weißtaler Vergangenheit von 2002 bis 2008, hat schon einige Derbys mitgemacht, eines bleibt ihm aber in Erinnerung: „Das ist das legendäre 5:5 im Oktober 2016. Für die Zuschauer war das ein absolutes Highlight, für uns Trainer (auf Seiten des TSV stand Alfonso Rubio Doblas an der Linie/Anm.d.R.) eine Achterbahn der Gefühle und schlussendlich ein megageiles Duell.“

Apropos Besucher: „Wir erhoffen uns schon 400 Zuschauern, wenngleich dieses Match im Sommer natürlich mehr Leute zieht als im November. Die Tabellenkonstellation gibt das aber her und beide Mannschaften haben sich eine entsprechende Unterstützung auch verdient“, findet Weißtals 2. Vorsitzender Carsten Schmidt, der nachschiebt: „Frauen und Jugendliche genießen freien Eintritt.“

Wer am Sonntag gegen 16.15 Uhr auf dem Kunstrasen der Henneberg-Arena dann Freudentänze vollziehen wird, ist, trotz der eindeutigen Bilanz der letzten Jahre, nicht abzusehen, denn die beiden Kontrahenten bewegen sich auf einem Level und stellen die besten Offensiv- (Weißtal 30, Salchendorf 31 Tore) und Defensivreihen (13 beziehungsweise 14 Gegentreffer) der Bezirksliga.

„Am Ende werden Kleinigkeiten entscheiden“, orakelt Klöckner.

Eine solche könnte sich schon im Vorfeld des Derbys, nämlich am letzten Sonntag in Rüblinghausen ergeben haben, als Weißtals Torjäger Lars Schardt (bisher zwölf „Buden“) eine völlig überzogene Rote Karte sah und seinem Team nun fehlen wird. „Jeder weiß, dass er ein herausragender Spieler ist und dass sein Fehlen extrem bitter ist. Wir haben aber einen sehr guten Kader und werden diesen Ausfall zu kompensieren wissen“, ist sich Volz sicher, der wieder auf Steffen Heimel, Daniel Berger und Simon Grisse zurückgreifen kann

Bei den Gästen ist der Einsatz von Abwehrchef Jan-Philipp Gelber (Scherzer: „Er ist eine tragende Säule und eminent wichtig für die Truppe. Fällt er aus, muss er eben ersetzt werden. Wir haben Jungs die das können und den Anspruch haben“) noch nicht klar und eher unwahrscheinlich ist.