Lars Schardt und Nico Hermann hieven die Erste wieder auf den Thron

Unsere 1. Mannschaft gewann gestern Nachmittag das Topspiel der Bezirksliga deutlich mit 5:2 gegen den SV Ottfingen, während die Zweite eine unglückliche und vermeidbare 2:3-Niederlage gegen Edertal hinnehmen musste.

Hier die Spielberichte von fupa.net/suwestfalen und der Siegener Zeitung (Bilder: S. Stark)

TSV Weißtal – SV 1931 Ottfingen 5:2
Was für ein Ausrufezeichen! Der TSV Weißtal besiegte heute Nachmittag den vor der Saison von allen Trainern hochgehandelten SV Ottfingen mit 5:2 (2:0), distanzierte diesen auf nun sechs Punkte, schob sich selbst am spielfreien Nachbarn aus Salchendorf vorbei an die Tabellenspitze der Bezirksliga 5 und ist nach neun Spieltagen inzwischen der heißeste Kandidat auf den Aufstieg in die Landesliga. Denn wie die „Schneeweißen“ den Gast aus Ottfingen über weite Strecken beherrschten, war eines Meister würdig, während die Wendschen die meiste Zeit enttäuschten.

Natürlich waren die Schwarz-Gelben personell arg gebeutelt auf den “Henneberg” gereist, doch das wollte Uwe Kipping nicht als Ausrede gelten lassen: „Über die fehlenden Spieler möchte ich nicht sprechen, wir hatten elf sehr gute Akteure am Platz. Alles in allem war das aber eine katastrophale Leistung, über die zweite Halbzeit brauchen wir uns gar nicht mehr zu unterhalten. Da wurden die taktischen Vorgaben überhaupt nicht mehr eingehalten“, moserte Uwe Kipping, Trainer und Sportliche Leiter in Personalunion, der auf eine handvoll Stammspieler verzichten musste. Freilich mussten beim TSV mit Luca D‘Aloia, Daniel Wadolowski und Spielertrainer Konstantin Volz auch drei Akteure passen, die normalerweise in der Startelf zu finden sind.

Der Weißtaler Coach war nachher überglücklich: „Man hat heute einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen. Wir hatten über die gesamte Dauer die Spielkontrolle. Insgesamt war unser Wille größer als der des Gegners, was man auch in den Zweikämpfen gesehen hat. Und im letzten Drittel.“

Damit meinte Volz nicht die letzte zeitliche Sequenz der Partie, sondern die Zielstrebigkeit seiner Truppe in der Nähe des Ottfingers Tores. Exemplarisch dafür standen die beiden Treffer in der ersten Hälfte, die jeweils wunderschön über die linke Seite vorbereitet wurden: Einmal setzte sich Manuel Jung (14.) durch, das andere Mal Jan-Michael Moses (38.) und in der Mitte war Nico Hermann jedes Mal einen Schritt schneller als die schläfrige SVO-Defensive. Da die Weißtaler, die etwas mehr Ballbesitz zu verzeichnen hatten, zudem durch Daniel Berger (3.), Hermann (18.) und Moses (44.) weitere Einschusschancen vergaben, ging die 2:0-Halbzeitführung in Ordnung, wenngleich Ottfingen durch Fabian Kolb (8./TSV-Keeper Jannik von der Heiden parierte glänzend) und Luca Valido (29.) auch zwei gute Chancen besaß, ins Offensivspiel aber zu wenig Tempo einbrachte.

Innerhalb von drei Minuten entschieden die Fusionskicker aus Rudersdorf und Gernsdorf dann das Spitzenspiel nach dem Seitentausch: Erst traf Lars Schardt im Nachschuss aus acht Metern (51.), dann schmetterte der 23-jährige Angreifer das Leder aus etwa 23 Metern traumhaft unter die Latte (54.)! 4:0 – damit war die Partie gelaufen. Moses hätte sogar 60 Sekunden später Treffer Nummer fünf folgen lassen können, scheiterte aber an Gabriel Joos im SVO-Kasten.

Immerhin 139 Zuschauer waren bei 5 Grad, Dauerregen und viel Wind gekommen, die daraufhin ein Spiel sahen wie das Wetter: Trist! Ottfingen hatte sich aufgegeben, war aber sowieso von Anfang an weit davon entfernt, mit großen Emotionen und Spielwitz zu glänzen, während sich die Hausherren eine Pause gönnten und nach vorne keine Anstalten mehr machten, hinten aber auch nichts zuließen. Nicht ganz überraschend kam daher, dass die „Wendschen“ zwei Elfmeter brauchten, um Ergebniskosmetik zu betreiben. Einmal spielte Jung im Strafraum Hand, das andere mal senste Verteidiger Alexander Husser Enrico Balijaj völlig überflüssig weg. Sebastian Erner (64.) und (78.) verkürzte auf 2:4, doch ein Weckruf für einen Sturmlauf war das nicht.

Stattdessen antworte Schardt mit seiner dritten „Bude“ an diesem Tag: Diesmal aus etwa 25 Metern, dafür aber genau so schön und stramm wie beim 4:0. 5:2, was für ein Ausrufezeichen! „Das fühlt sich überragend an. Wir haben eine bärenstarke Mannschaftsleistung gezeigt und Ottfingen über 90 Minuten dominiert“, freute sich der Torjäger, der seinen Dreierpack und die Saisontore acht, neun und zehn nicht zu hoch hängen wollte: „Für mich ist das nur ein Bonus. Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft damit helfen kann.“

Schiedsrichter: Nexhat Behrami – Zuschauer: 139
Tore: 1:0 Nico Hermann (14.), 2:0 Nico Hermann (38.), 3:0 Lars Schardt (51.), 4:0 Lars Schardt (54.), 4:1 Sebastian Erner (64. Foulelfmeter), 4:2 Sebastian Erner (78. Foulelfmeter), 5:2 Lars Schardt (85.)

TSV Weißtal II – Sportfreunde Edertal 2:3
„Das ist ein bitterer Rückschlag. Diese Niederlage ärgert mich tierisch, weil sie vollkommen unnötig ist. Wir haben nach 25 sehr starken Anfangsminuten das Fußballspielen quasi eingestellt und viel zu wenig gemacht. Edertal hatte aus dem Spiel heraus keine einzige Torchance, war aber bei Standards extrem gefährlich und hat deshalb noch nicht einmal unverdient gewonnen“, resümierte Weißtals Trainer Bernard Krasniqi. Die Weißtaler Reserve führte durch Julius Spork (3.) und Marius Kühn (26.) bereits mit 2:0, doch Edertal wendete das Blatt durch Mark Wolf (29.), Dominik Damian Szczurek (49.) und Steffen Linde (80.). Das 3:2 schossen die Wittgensteiner dabei in Überzahl, nachdem Weißtals Nico Flender die Rote Karte wegen einer Notbremse gesehen hatte (78.).

Schiedsrichter: Furkan Bicakci 
Tore: 1:0 Julius Spork (3.), 2:0 Marius Kühn (26.), 2:1 Mark Wolf (29.), 2:2 Dominik Damian Szczurek (49.), 2:3 Steffen Linde (80.)