Ortsdurchfahrt Gernsdorf ab dem 23. November wieder frei

Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt Gernsdorf stehen kurz vor ihrem Abschluss. Am Abend des 23. November soll die Vollsperrung der L722 aufgehoben werden, teilen der Landesbetrieb Straßenbau NRW, die Gemeinde Wilnsdorf und die Gemeindewerke Wilnsdorf mit.

Umfangreiche Tiefbauarbeiten

Die drei Projektpartner haben die komplette Ortsdurchfahrt seit dem Frühjahr 2016 erneuert, „genauer gesagt bestandsorientiert ertüchtigt“, erklärt Oliver Alt, Projektleiter seitens des Landesbetriebs. Auf die umfangreiche Maßnahme hatte die Kommune lange hingearbeitet, die Straße war in äußerst schlechtem Zustand. „Es ist uns gelungen, nicht nur den Fahrbahnzustand grundlegend zu ertüchtigen, sondern die gesamte Verkehrssituation für Fußgänger und Anlieger zu verbessern“, ergänzt Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler.

Auf insgesamt 1,5 km Länge wurde die vorhandene Fahrbahn aufgebrochen und der Unterbau neu konstruiert. Die Tiefbauarbeiten nutzten die Gemeindewerke Wilnsdorf, um schadhafte Kanal- und Wasserleitungen und Hausanschlüsse zu erneuern. Außerdem ließen sie in einem großen Teilbereich der Ortsdurchfahrt einen neuen Regenwasserkanal mit Anschluss an ein ebenfalls neu errichtetes Regenrückhaltbecken bauen, um über den neuen Kanal die anliegenden Hausgrundstücke und teilweise auch die Straße zu entwässern. „Der Regenwasserkanal wird das bestehende Mischwassersystem spürbar entlasten“, prognostiziert Martin Klöckner, in Personalunion Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt im Wilnsdorfer Rathaus und technischer Betriebsleiter der Gemeindewerke. Das habe zwei Vorteile, schlüsselt Klöckner auf: „Die Abwassermenge, die bei starkem Regen aus dem Mischwasserkanal in den Bichelbach fließt, wird reduziert, damit erhöhen wir die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes und die Sicherheit vor Überflutung“. Gleichermaßen ein Gewinn für Umwelt und Anlieger.

Beitrag zur Verkehrssicherheit

Zurück auf die Straße. Die alte Fahrbahn wurde im Zuge der Bauarbeiten auf eine Breite von ca. 6,50 Meter verringert. Das schuf Platz für Gehwege an beiden Seiten. Die Gelegenheit nutzen Telekomunikations-, Gas- und Stromversorger, um ihre Leitungen auszutauschen oder neu zu verlegen. Auch die Straßenbeleuchtung wurde modernisiert. An den Ortseingängen sowie im innerörtlichen Verlauf der Straße wurden Fahrbahnteiler und Mittelinseln eingebaut, ebenso ein Kreisverkehr. Diese Elemente sollen die vielbefahrene Landstraße künftig sicherer machen.

Die Kosten der gesamten Baumaßnahme wurden vor Projektstart auf 4,4 Mio. Euro geschätzt. In der Endabrechnung werden sie aber vermutlich höher ausfallen, „wir mussten teilweise auf eine Tiefe von 1,60 Meter ausschachten lassen, um auf standfesten Untergrund zu kommen“, erklärt Alt. Dass der Zeitplan trotz dieser unerwarteten Komplikationen nie in Gefahr geriet, war allen Projektpartnern enorm wichtig. „Die Bauarbeiten haben den Gernsdorfern äußerste Geduld und viel Entgegenkommen abgefordert, vor allem während der Vollsperrung“, wissen Alt, Schuppler und Klöckner, „wir können nur Danke sagen, dass auf die Belastung mit großem Verständnis reagiert wurde“.